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  • Drei Menschen stehen vor einem Rollup mit dem Logo von EIP

Hohenlockstedt. Zwischen frisch geschlagenen Nordmanntannen überreichte Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg am 8. Dezember in der Baumschule Diekmann die Förderbescheide für fünf neue EIP-Agri Projekte. Die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) ist ein Instrument zur Förderung von Innovationen in der europäischen Landwirtschaft. Zur Veranstaltung eingeladen hatten das Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und das Landwirtschaftsministerium (MLLEV). Über 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Wissenschaft, Beratung und Verwaltung nutzten die Veranstaltung zum Austausch und zum offiziellen Start der neuen Projektvorhaben.

Nach der Begrüßung durch Markus Hartmann, Leiter des Innovationsbüros der Landwirtschaftskammer, unterstrich Ministerin Cornelia Schmachtenberg in ihrem Grußwort die Bedeutung von Innovationen für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft. Gerade unter den Bedingungen des Klimawandels und steigender ökonomischer Unsicherheiten seien praxistaugliche Lösungen wichtiger denn je. EIP-Agrar setze genau hier an, durch die enge Vernetzung von landwirtschaftlicher Praxis, Forschung und Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen die Präsentationen der neuen Projekte, die in den kommenden drei Jahren in Schleswig-Holstein umgesetzt werden. Sie decken ein breites Themenspektrum ab von Digitalisierung und Drohnentechnik bis hin zu Logistik und Weidemanagement. Jedes Projekt wird mit knapp 500.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Das Projekt „X-MAS Drones“, vorgestellt von Prof. Stephan Hußmann (FH Westküste), setzt auf den Einsatz von Drohnen im Tannenbaumanbau. Ziel ist die Kartierung von Jungpflanzen, die Bestandsüberwachung und die Automatisierung von Arbeitsschritten. Damit sollen Arbeitskräfte effizienter eingesetzt und neue Anbausysteme, etwa Untersaaten mit Kleegras, ermöglicht werden. Im Projekt „AHOI.SH“ wird der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten für Holz aus Agroforstsystemen untersucht. Pflanzbauliche, holztechnische und ökonomische Daten sollen erfasst und ausgewertet werden, um die ökologischen und wirtschaftlichen Effekte dieser Systeme besser nutzbar zu machen. Präsentiert wurde das Vorhaben von Prof. Tammo Peters (HAW Kiel), Michael Weitz (Vivo Carobon gGmbH), Johanna Sierck (Hof Fuhlreit) und Karen Rohlf (FuE-Zentrum, FH Kiel GmbH). Prof. Tim Diekötter (Universität Kiel) stellte das Projekt „Haferwiesen“ vor, das die Wechselwirkungen zwischen Hafer und Untersaaten untersucht. Ziel ist es, Humusaufbau, Wasserspeicherfähigkeit und Biodiversität zu verbessern um einen Beitrag zur Klimaanpassung und besserer Bodenfruchtbarkeit zu leisten. Das Projekt „Mikrologistik Nord“, präsentiert von Ernst Schuster (Nordbauern Schleswig-Holstein e.V.), befasst sich mit der Organisation regionaler Wertschöpfungsketten. Durch digitale Lösungen und neue Kooperationsmodelle sollen Transportwege optimiert und regionale Produkte schneller und effizienter vermarktet werden. Komplettiert wurden die Vorstellungen durch das Projekt „Weide – Klimafit in die Zukunft“, was von Prof. Uta Dickhöfer (Universität Kiel) vorgestellt wurde. Das Projekt widmet sich der Anpassung der Weidehaltung an die Folgen des Klimawandels. Im Fokus stehen Futterbasis, Tiergesundheit und ein klimaangepasstes Flächenmanagement.

Nach der feierlichen Übergabe der Förderbescheide folgte eine Keynote von Kammerpräsidentin Ute Volquardsen. Darin machte sie deutlich, dass Innovation längst kein freiwilliges Zukunftsthema mehr sei, sondern eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe. EIP schaffe dabei als Brücke von der Idee zur Anwendung genau den Raum, den es brauche, um Lösungen direkt aus der Praxis heraus wirksam werden zu lassen. Anschließend führte Gastgeber Dierk Dieckmann über seinen Baumschulbetrieb. Dabei erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in Anbau, Pflege und Vermarktung von Weihnachtsbäumen.